Schwimmender Estrich: Trittschall optimieren | skmr-archiv.ch

Du hörst jeden Schritt aus der Wohnung über dir? Das muss nicht sein. Stell dir vor, der Alltag wird leiser – spürbar entspannter – weil dein Gebäude konsequent auf Schallschutz getrimmt ist. Genau hier setzt das Thema „Schwimmender Estrich Trittschall“ an. Aufmerksamkeit: Trittschall ist der meistunterschätzte Lärmfaktor im Gebäude. Interesse: Ein schwimmender Estrich entkoppelt den Boden von der tragenden Struktur und stoppt Schwingungen, bevor sie zu Lärm werden. Verlangen: Mit dem richtigen Aufbau, passenden Dämmstoffen und sauberer Ausführung erreichst du in Wohnungen, Hotels oder Büros messbar bessere Werte – gemäß SIA 181. Handlung: Lies weiter, hol dir die wichtigsten Details, Checklisten und Normhinweise aus dem SKMR-Archiv – und plane deinen nächsten Bodenaufbau mit System statt Bauchgefühl.

Wenn du einen Raum ganzheitlich beruhigen willst, lohnt der Blick an Wand und Decke: Smarte Ergänzungen wie Akustikpaneele Wand und Decke glätten Nachhallzeiten, verbessern die Sprachverständlichkeit und nehmen dem Trittschall von oben die Schärfe, die dich im Alltag nervt. Kombiniert mit einem konsequent entkoppelten Bodenaufbau entsteht ein schlüssiges Paket. So holst du aus „Schwimmender Estrich Trittschall“ nicht nur Messwerte, sondern fühlbar mehr Ruhe im Tagesgeschäft – im Homeoffice, in der Ferienwohnung oder im offenen Büro.

Du willst tiefer einsteigen und die passenden Materialien auswählen? Im Themenhub Baustoffe & Konstruktion findest du kompakt aufbereitet, welche Dämmstoffe, Estricharten und Aufbauvarianten in welcher Situation punkten – inklusive Vor- und Nachteilen aus der Praxis. Das spart dir Zeit bei Ausschreibung und Produktwahl. Praktisch: Du kannst Checklisten mit auf die Baustelle nehmen, Abnahmeprotokolle vorbereiten und die wichtigsten Kennwerte im Team teilen.

Besonders heikel sind die kleinen, oft übersehenen Details. Darum lohnt ein Blick auf Entkopplungssysteme gegen Schallbrücken, die Randanschlüsse, Schwellen oder Durchdringungen sicher entkoppeln. Solche Systeme vermeiden, dass deine schön geplante Akustik von einer einzigen harten Verbindung torpediert wird. Gerade im Bestand oder bei Mischkonstruktionen bringen geprüfte Entkopplungselemente die nötige Sicherheit – bautechnisch sauber, akustisch wirksam und nachvollziehbar messbar.

Schwimmender Estrich: Prinzip, Schichtenaufbau und Einfluss auf den Trittschall

Prinzip: Entkopplung gegen Körperschall

Beim schwimmenden Estrich liegt der Estrich nicht starr auf der Rohdecke, sondern auf einer elastischen Dämmschicht – komplett umlaufend von Randdämmstreifen getrennt. Das ergibt ein Masse-Feder-Masse-System: Der Estrich bringt Masse, die Dämmung wirkt als Feder. Treffen Schritte auf die Oberfläche, werden Schwingungen in der „Feder“ abgebaut, statt über die Rohdecke in benachbarte Räume zu wandern. Kurz: „Schwimmender Estrich Trittschall“ bedeutet, die Quelle zu zähmen, bevor sie zu Lärm wird.

Typischer Schichtenaufbau

Ein klassischer Aufbau – von unten nach oben – sieht so aus:

  • Rohdecke bzw. Rohboden, sauber und eben
  • Trenn- oder Feuchtesperre (je nach Nutzung und Feuchtebelastung)
  • Trittschalldämmung, ggf. kombiniert mit Wärme- und Drucklastanforderungen
  • Systemelemente bzw. Heizrohre bei Bodenheizung, akustisch entkoppelt
  • Estrich (Zement-, Calciumsulfat- bzw. Fließestrich, bei Bedarf mit Bewehrung)
  • Trennlage/Grundierung bzw. geeignete Unterlage
  • Oberboden (z. B. Parkett, Fliesen, Vinyl, Teppich)
  • Randdämmstreifen umlaufend, bis Oberkante fertiger Boden

Entscheidend ist, dass keine starre Verbindung zwischen Estrichplatte und flankierenden Bauteilen entsteht. Eine kleine Schallbrücke reicht aus, um die akustische Wirkung drastisch zu schmälern.

Einflussfaktoren auf die akustische Performance

  • Dynamische Steifigkeit s’ der Dämmschicht: Je kleiner, desto besser die Entkopplung – im Rahmen von Tragfähigkeit und Langzeitstabilität.
  • Masse des Estrichs: Mehr Masse verschiebt die Systemresonanz nach unten und verbessert die Dämmung im mittleren und hohen Frequenzbereich.
  • Randentkopplung: Lückenlose Randdämmstreifen sind Pflicht. Ein vergessener Zentimeter kann die Messwerte ruinieren.
  • Flankenübertragung: Schall wandert gern „außen herum“. Wandaufbau, Installationen und Anschlüsse entscheiden mit.

Einsatzbereiche – und worauf du achten solltest

Im Wohnungsbau ist der schwimmende Estrich Standard. In Hotels und Spitälern helfen erhöhte Anforderungen, Ruhe zu sichern – besonders nachts. Bei Nassräumen spielt Feuchteschutz mit Abdichtungsebenen die Hauptrolle, ohne die akustische Entkopplung zu unterbrechen. Und bei Fußbodenheizungen? Achte darauf, dass Haltesysteme und Rohrführungen die Estrichplatte nicht starr mit der Rohdecke koppeln.

Auch in Bürobauten mit offenen Grundrissen zahlt sich ein konsequent entkoppelter Aufbau aus. Denk an Meetingräume, die direkt über Arbeitsplätzen liegen, oder an Teeküchen neben Fokus-Zonen. „Schwimmender Estrich Trittschall“ ist hier Teil eines akustischen Masterplans: Boden entkoppeln, flankierende Wände optimieren, Decken absorbierend gestalten – und die Wege des Körperschalls konsequent blockieren.

Materialien und Details: Dämmstoffe, Randdämmstreifen und Entkopplungssysteme im Vergleich

Dämmstoffe unter dem Estrich: was passt zu deinem Projekt?

„Schwimmender Estrich Trittschall“ lebt von der richtigen Dämmschicht. Es geht um die Balance aus akustischer Wirksamkeit, Druckfestigkeit, Brandschutz und Feuchteverhalten. Hier ein praxisnaher Überblick – konkrete Kennwerte variieren nach Hersteller und Produktlinie:

Material Akustik (Trittschall) Mechanik Feuchte/Brandschutz Typische Anwendung
Mineralwolle (Stein-/Glaswolle) Sehr gut bei niedriger s’ Mittel, auf Zusammendrückbarkeit achten Feuchteempfindlich, nichtbrennbar je nach Typ Wohnungsbau, höhere Komfortstufen
EPS/XPS Mittel bis gut (akustische Qualitäten verfügbar) Hoch, gute Druckfestigkeit Relativ feuchteunempfindlich (XPS robuster) Kombi Wärme-/Trittschalldämmung
PUR/PIR Mittel Sehr hoch Resistent, geringe Dicken möglich Geringe Aufbauhöhe mit hoher Dämmwirkung
Elastomer-/Gummigranulat Hervorragend, auch tieffrequent Hoch, ermüdungsarm Feuchteunempfindlich Sanierung, geringe Aufbauhöhen
Holzfaser Mittel bis gut Mittel Feuchteempfindlich, ökologisch Trockenestrich, ökologische Konzepte

Randdämmstreifen: klein im Detail, groß in der Wirkung

Der Randdämmstreifen ist dein bester Freund. Er sorgt dafür, dass die Estrichplatte wirklich „schwimmt“. Was häufig schiefgeht? Unterbrechungen an Türzargen, zu niedrige Streifen oder spätes Überputzen. Faustregel: durchgehend, ausreichend hoch, nach dem Verlegen des Oberbodens bündig schneiden – fertig. Klingt banal? Ist es nicht. Genau hier passieren die größten akustischen Patzer.

Entkopplungssysteme im Vergleich

  • Nassestrich auf elastischer Dämmlage: Maximale Masse – sehr gute Werte, aber Wartezeit durch Trocknung einplanen.
  • Trockenestrich (z. B. Gipsfaser) mit weicher Unterlage: Schnell, leicht, bei sauberer Randtrennung überzeugend.
  • Dünne Entkopplungsmatten unter Fliesen/Parkett: Ideal zur Nachrüstung, ersetzt keinen vollwertigen schwimmenden Estrich, kann aber spürbar verbessern.
  • Punkt-/Linienlager mit Elastomeren: Für hohe Lasten oder Sonderfälle – Planung und Nachweis zwingend.

Pro-Tipp: Wähle das System nicht nur nach Wärmeleitfähigkeit oder Aufbauhöhe, sondern explizit nach akustischer Prüfbasis. Das SKMR-Archiv sammelt geprüfte Details und hilft bei der Vorauswahl.

Ein zusätzlicher Blick lohnt auf die Alterungsbeständigkeit der Dämmlage. Unter wiederkehrenden Lasten – etwa in Fluren, Küchen oder Fitnessbereichen – zählt das Langzeitverformungsverhalten. Wer hier geizt, riskiert Setzungen, Fugenöffnungen oder gar akustische Kurzschlüsse. Kurz: Die beste Trittschalldämmung ist die, die auch nach Jahren noch das hält, was am ersten Tag gemessen wurde.

Normen und Recht in der Schweiz: SIA 181, Lärmschutzverordnung und Nachweise – mit Hinweisen aus dem SKMR-Archiv

SIA 181:2020 – Schallschutz im Hochbau

Die SIA 181:2020 legt Anforderungen für Luft- und Trittschall zwischen Nutzungseinheiten und innerhalb von Wohnungen fest. Für den Trittschall ist der bewertete, standardisierte Vor-Ort-Kennwert maßgebend, in der Regel L’nT,w. Je niedriger der Wert, desto besser der Schutz. Komfortstufen differenzieren zwischen Mindestanforderung und erhöhtem Schallschutz – im Wohnbau entscheidend für den Marktwert und den Alltag.

LSV und kantonale Vorschriften

Die Lärmschutzverordnung (LSV) adressiert primär Außenlärm, doch kantonale Bauvorschriften verweisen in der Praxis auf die SIA 181, wenn es um inneren Schallschutz geht. Was heißt das für dich? Prüfe im Projektstart, welche Nachweise gefordert sind – insbesondere bei Umnutzungen, Aufstockungen oder bei Gebäuden mit Publikumsverkehr. Dokumentation spart später Nerven.

Planungs- und Prüfkonzept

  • Planungsnachweis: Prognose mit geprüften Systemdaten, flankierende Übertragungswege berücksichtigen.
  • Laborwerte: Ln,w aus Bauteilprüfungen zeigen Potenzial – ersetzen aber keinen Vor-Ort-Nachweis.
  • Feldmessung: L’nT,w nach ISO 16283-2, Bewertung gemäß ISO 717-2; Vergleich mit SIA 181-Anforderungen.

Im SKMR-Archiv findest du Vorlagen für Nachweise, Bewertungsblätter und Leitfäden zur Auslegung – inklusive Praxis-Hinweisen, wie du Messresultate richtig interpretierst (Stichwort: Unsicherheiten, Möbelierung, Jahreszeit).

Ein praktischer Tipp aus Projekten: Definiere Zielwerte vertraglich, nenne Messnormen und Toleranzen, und vereinbare die Verantwortung für Details (z. B. Randstreifen, Durchdringungen). So wird aus „Schwimmender Estrich Trittschall“ ein belastbares Pflichtenheft – nicht nur eine gute Absicht.

Planung und Ausführung: Häufige Fehlerquellen vermeiden – Checklisten und Detailzeichnungen aus dem SKMR-Archiv

Untergrundvorbereitung

Eine saubere, ebene Rohdecke ist die halbe Miete. Unebenheiten? Ausgleichen. Verschmutzungen? Entfernen. Feuchte aus erdberührten Bauteilen? Absperren. Installationen liegen so, dass sie später keine starre Verbindung zum Estrich bilden. Klingt nach Fleißarbeit – ist aber der Türöffner für verlässliche Messwerte.

Einbau der Dämmschicht und Randentkopplung

  • Dämmplatten fugenversetzt verlegen, Kreuzfugen vermeiden, Stöße dicht schließen.
  • Randdämmstreifen lückenlos umlaufend, auch an Pfeilern, Türzargen und Treppenpodesten.
  • Heizsysteme auf akustische Tauglichkeit prüfen – keine starren Punktverbindungen zur Rohdecke.

Estrich und Anschlüsse

Die Estrichdicke richtet sich nach System, Last und Spannweite. Bewegungs- und Feldfugen werden geplant und im Oberboden gespiegelt. Türschwellen bekommen eine elastisch gefüllte Trennfuge, damit der „schwimmende“ Charakter bleibt. Rohrdurchdringungen? Mit Manschetten und weicher Zwischenlage entkoppeln.

Die Top-Fehler – und wie du sie zuverlässig vermeidest

  • Unterbrochene Randstreifen: vor dem Estrichguss einen umlaufenden Kontrollgang machen; Fotos als Nachweis.
  • Mörtel- oder Putzbrücken: Wände vor dem Guss kontrollieren, Überstände beseitigen, Anschlussdetails prüfen.
  • Durchdringungen ohne Entkopplung: Planung mit Detail-Skizzen, Ausführung mit geprüften Manschetten.
  • Zu frühe Belegung: Restfeuchte messen (CM-Messung); „Schneller ist nicht besser“ gilt akustisch wie bauphysikalisch.
  • Flanken ignoriert: Wandaufbau, Installationsschächte und Deckenauflager in die Prognose einbeziehen.

Checkliste Ausführung (Kurz und knackig)

  • Rohdecke eben, sauber, Feuchte gesperrt (falls nötig)
  • Dämmlage fugenversetzt, dicht, ohne Kreuzfugen
  • Randdämmstreifen durchgehend, ausreichend hoch
  • Heiz- und Elektroinstallationen akustisch entkoppelt
  • Estrichdicke und Fugenplan gemäß System
  • Keine sichtbaren Schallbrücken vor Aushärtung
  • Belegreife dokumentiert, Oberboden systemgerecht
  • Fotodokumentation und Lieferscheine abgelegt (SKMR-Vorlagen)

Praxis-Case: Übergang Wohnraum–Bad

Ein Klassiker mit Tücke. Lösung aus dem SKMR-Archiv: Im Türbereich die Estrichplatte trennen, Fuge elastisch füllen, Randstreifen sauber führen und die Abdichtungsebene planmäßig überlappen. Ergebnis: trockene Füße, ruhiger Schlaf – und saubere Messwerte.

Ergänze das Ganze um eine konsequente Abstimmung mit dem Bodenleger: Weiche Unterlagen unter Parkett oder Vinyl können die akustische Wirkung unterstützen, müssen aber zur Estrichfeuchte und zum System passen. Alles andere wäre Glücksspiel – und das hört man.

Sanierung und Nachrüstung im Bestand: Lösungen für besseren Trittschallschutz bei begrenzter Aufbauhöhe

Bestand zuerst verstehen

Bevor du in den Bodenaufbau eingreifst, analysiere die Lage: Wie hoch ist die Flankenübertragung? Wo sitzen Schallbrücken? Gibt es Unebenheiten, denkmalpflegerische Vorgaben oder knappe Türhöhen? Eine orientierende Vor-Ort-Messung spart dir Fehlinvestitionen – gerade wenn „Schwimmender Estrich Trittschall“ nicht überall machbar ist.

Schlanke Systeme, spürbare Wirkung

  • Entkopplungsmatten (3–10 mm) unter Fliesen oder Parkett: schnell, wenig Aufbauhöhe, begrenzte aber messbare Verbesserung.
  • Trockenestrich mit weicher Unterlage (20–30+ mm): gute Kombination aus Masse und Entkopplung, ideal bei Feuchte-Sensibilität.
  • Elastomer-Lager unter Lastverteilschichten: punktuell stark, z. B. unter schweren Geräten oder im Fitnessraum.
  • Maßnahmen im Empfangsraum: abgehängte, elastisch gelagerte Unterdecken senken wahrgenommenen Trittschall von oben.

Ganzheitlich statt Stückwerk

Die beste Sanierung denkt über den Boden hinaus: entkoppelte Sockelleisten, schalltechnisch saubere Türanschläge, flexible Rohrlager und angepasste Wandanschlüsse. Wenn du mehr als „Kosmetik“ willst, plane einen kompakten schwimmenden Aufbau – z. B. hochdichte Trockenestrichplatten auf leistungsfähiger Dünnlagendämmung, flankierend ergänzt durch ruhige Unterdecken.

Statik, Brandschutz, Feuchte – bitte mitdenken

Zusatzmassen verändern Lasten. Prüfe Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit. In Nassräumen: Abdichtung nach geltenden Regeln, ohne die akustische Entkopplung zu beschädigen. Und: Baustoffklassen sowie Brandriegel nicht vergessen. Gute Akustik darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen.

Sanierungsfahrplan aus dem SKMR-Archiv

Im Archiv findest du Entscheidungsbäume: erst messen, dann Optionen vergleichen, anschließend Details ausarbeiten. Mit Checklisten für Baustellenkontrollen und Mustervorlagen für Abnahmen kommst du strukturiert ans Ziel – auch wenn die Aufbauhöhe knapp ist.

Ein weiterer Praxis-Hinweis: Prüfe Bestandsdecken auf Resonanzeffekte. Gerade Holzbalkendecken reagieren sensibel auf zusätzliche Masse. Mit abgestimmten Lagerstreifen und elastischen Zwischenlagen erreichst du oft mehr, als ein paar extra Millimeter irgendwo „draufzupacken“.

Messung, Kennwerte und Qualitätssicherung: Ln,w, Norm-Hammerwerk und Abnahmeprotokolle

Die Kennwerte im Klartext

Im Labor wird meist Ln,w ermittelt. Vor Ort zählt L’nT,w (bewerteter, standardisierter Trittschallpegel). Merke: kleiner ist besser. Einzelne Terzbänder zeigen dir, wo das System schwächelt – häufig im Tieffrequenzbereich um die Systemresonanz. Darum ist Masse wichtig, aber ohne weiche Dämmschicht bleibt sie akustisch „blind“.

So wird gemessen: das Norm-Hammerwerk

Fünf Hämmer fallen mit konstanter Frequenz auf die Decke der oberen Einheit. Im Raum darunter misst man den Schallpegel in Terzbändern. Die Ergebnisse werden nach ISO 16283-2 aufgenommen und nach ISO 717-2 bewertet. Klingt trocken? Ist in der Praxis aber gut handhabbar – vorausgesetzt, die Räume sind zugänglich und die Messbedingungen dokumentiert.

Qualitätssicherung – vom Plan bis zur Abnahme

  • Baubegleitende QS: Fotopunkte für Randstreifen, Dämmlagen, Rohrdurchdringungen, Türbereiche.
  • Materialnachweise: technische Datenblätter, Lieferscheine, Zulassungen archivieren.
  • Trocknung: Belegreife per CM-Messung dokumentieren, Schäden und akustische Einbußen vermeiden.
  • Mock-up: Bei Sonderkonstruktionen ein Testfeld anlegen und vorab messen lassen.

Abnahmeprotokolle – was hineingehört

  • Projekt- und Bauteilangaben (Aufbau, Räume, Datum, Witterung)
  • Messverfahren, Geräte, Kalibrierung
  • Messpositionen, Raumzustand (Möblierung, Öffnungen, Betriebszustände)
  • Ergebnisse: Terzbänder, Einzahlwert, Vergleich mit SIA 181-Zielwerten
  • Abweichungen, Fotos, Maßnahmenplan – transparent und nachvollziehbar

Mit den editierbaren SKMR-Vorlagen führt dich nichts in Versuchung, Details zu vergessen. Und ja: Das spart im Streitfall Zeit und Nerven.

Übrigens: Wenn Messwerte knapp am Ziel liegen, helfen oft kleine, gezielte Maßnahmen – z. B. das Nachrüsten von weichen Sockelleisten, das Korrigieren einer einzelnen Schallbrücke an einer Türschwelle oder das Ergänzen eines dünnen Dämpfungslayers unter einem harten Oberbelag. Kleine Ursache, große Wirkung.

Zusätzliche Praxishinweise für „Schwimmender Estrich Trittschall“ – direkt aus Baustellen und Messberichten

Türschwellen und Übergänge

Hier lauern Schallbrücken. Trenne die Estrichplatte an Türdurchgängen, setze ein weiches Fugenprofil und führe den Randstreifen konsequent. Übergänge zwischen Bodenaufbauten? Mit akustisch wirksamen Dehnfugenprofilen ausbilden – nicht mit hartem Mörtel verfüllen.

Installationen clever entkoppeln

Sanitär- und Heizleitungen mit elastischen Lagern führen. Bodenabläufe erhalten Manschetten mit weicher Zwischenschicht. Und ganz wichtig: Unter Duschtassen schwingungsdämpfend lagern, sonst trommelt’s im Nachbarraum.

Balkonanschlüsse und Außentüren

Thermisch entkoppelte Elemente (z. B. Isokörbe) sind Standard. Akustisch betrachtet müssen Anschlussdetails ohne starre Kopplungen zur Estrichplatte ausgeführt werden. Im Zweifel die Detailzeichnung aus dem SKMR-Archiv nehmen – und Schritt für Schritt nachbauen.

Mit Bodenheizung planen – nicht improvisieren

Fußbodenheizung ist bequem, akustisch aber sensibel. Rohrhalter, Tackersysteme oder Noppenplatten müssen zur Dämmlage passen und dürfen keine starre Verbindung in die Rohdecke bilden. Weniger ist hier mehr: so wenig Durchdringungen wie möglich, so viel Entkopplung wie nötig.

In Sport- und Freizeitnutzungen, wo Sprünge und impulsartige Lasten häufig sind, bewährt sich eine Kombination aus robustem Elastomer-Lager und erhöhter Estrichmasse. Der Effekt zeigt sich nicht nur in Messdiagrammen, sondern ganz konkret in weniger Dröhnen – und zufriedeneren Nachbarn.

Mini-Guide: So kommst du vom Zielwert zur Lösung – in 7 Schritten

  1. Ziel definieren: SIA 181-Komfortstufe festlegen (Neubau/Sanierung).
  2. Bestand erfassen: Flankenwege, Türhöhen, Feuchte, Statik checken.
  3. System wählen: Nach geprüften akustischen Daten (nicht nur Dämmwerten!) entscheiden.
  4. Details planen: Randstreifen, Türbereiche, Rohrdurchdringungen, Unterdecken.
  5. Einbau überwachen: Fotodokumentation, Prüfcheckliste, Restfeuchtemessungen.
  6. Messen lassen: L’nT,w vor Ort prüfen und mit Zielwerten vergleichen.
  7. Abnahme dokumentieren: Protokolle, Abweichungen, Maßnahmen – sauber ablegen.

Wenn du diese Reihenfolge einhältst, bekommst du nicht nur gute Werte, sondern vor allem ruhige Räume. Und das ist am Ende der wahre KPI.

FAQ – kurz gefragt, prägnant geantwortet

Bringt mehr Estrichmasse automatisch bessere Trittschallwerte?

Mehr Masse hilft – aber ohne weiche, geeignete Dämmschicht bleibt die Wirkung begrenzt. Die Kombi aus Masse und niedriger dynamischer Steifigkeit macht den Unterschied.

Ist „Schwimmender Estrich Trittschall“ auch in Altbauten realistisch?

Ja, oft mit Trockenestrich und dünnen Entkopplungslagen. Wenn die Aufbauhöhe extrem knapp ist, wirken auch Maßnahmen im Empfangsraum (Unterdecken) erstaunlich gut.

Welche Messgröße gilt bei der Abnahme?

Vor Ort in der Regel L’nT,w nach ISO 16283-2, bewertet nach ISO 717-2. Die SIA 181 gibt die Zielwerte vor.

Wie vermeide ich Schallbrücken sicher?

Umlaufende Randstreifen, saubere Fugen, entkoppelte Durchdringungen, keine Mörtelbatzen an Wänden. Am besten: vor Aushärtung einen „Brücken-Check“ durchführen und dokumentieren.

Fazit und nächste Schritte

Ein „Schwimmender Estrich Trittschall“-Aufbau ist keine Raketenwissenschaft – aber er verzeiht keine Nachlässigkeit. Die akustische Qualität wird im Detail entschieden: von Randstreifen über Rohrmanschetten bis zur Fuge an der Türschwelle. Wer SIA 181-Zielwerte sauber definiert, flankierende Bauteile mitdenkt und konsequent dokumentiert, bekommt ruhige Räume, zufriedene Nutzerinnen und Nutzer – und weniger Diskussionen bei der Abnahme.

Das SKMR-Archiv unterstützt dich mit Checklisten, Detailzeichnungen, Mess- und Abnahmevorlagen sowie fundierten Hintergrundartikeln zu Normen, Materialien und Praxislösungen. Hol dir die Vorlagen, prüfe dein System – und mach den nächsten Bodenaufbau messbar leiser.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen